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Blog von martinaweber

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Draußen vor der Tür: Alles zum Drama

Veröffentlicht von Martina Weber auf 15. September 2011, 15:46pm

Kategorien: #Literatur, #Besprechung, #Analyse, #Martina Weber, #Draussen vor der Tür, #Borchert

Audio book

 

"Draußen vor der Tür" von Wolfgang Borchert gilt als eines der wichtigsten deutschen Nachkriegsstücke. Entstanden zwischen 1946 und 1947, ist es das Hauptwerk des deutschen Dichters, der sehr jung, einen Tag vor der Uraufführung des gesellschaftskritischen Nachkriegsdramas, im November 1947, in der Schweiz starb.

Der Autor

Wolfgang Borchert, geboren am 20. Mai 1921 in Hamburg, wurde erst Buchhändler, dann Schauspieler und ab 1941 Soldat an der Ostfront.

In einem Nürnberger Militärgefängnis wurde er wegen Wehrmachtskritik zum Tode verurteilt, dann aber auf Bewährung freigelassen und wieder an die Front zurück geschickt.

Seiner bereits stark angegriffenen Gesundheit wegen (Verwundungen und Infektionen an der Front), wurde er aber dann für untauglich erklärt.

Borchert trug dann in Hamburger Kabaretts Gedichte vor, kam aber bald schon wieder ins Gefängnis. 2 Jahre blieben ihm dort nur zum Schreiben, bis der Todkranke während eines Kuraufenthaltes in Basel im Alter von 26 Jahren an den Spätfolgen seiner Verletzungen und einer Leberschädigung starb.

Er gehört zu den bekanntesten Autoren der sogenannten "Trümmerliteratur".

Die Entstehung und der Inhalt

In nur acht Tagen schreibt Wolfgang Borchert das gesamte Drama nieder.

Die Hörspielfassung - und Ausstrahlung erlebt er noch, einen Tag vor der Uraufführung verstirbt er jedoch.

Sowohl Theaterfassung als auch Radioausstrahlungen werden ein großer Erfolg und machen Borchert posthum zu einem berühmten Mann.

Viele Zeitgenossen fühlen sich wiedererkannt in seinem Stück:

Der Kriegsheimkehrer Beckmann, mit steifem Knie dank fehlender Kniescheibe, grotesker Gasmaskenbrille und Soldatenmantel, beschließt Selbstmord zu begehen.

Nach drei Jahren an der Front, alleine gelassen (seine Frau tröstet sich schon mit einem anderen), Kriegsversehrt und stark kurzsichtig, will er sich in die Elbe stürzen, doch der Tod, der dabei auch noch zuschaut, will ihn noch gar nicht haben.

Die (Frau) Elbe verweigert, Beckmann muss ins Leben zurück.

So begibt sich Beckmann auf eine Odyssee ins richtige Leben. Doch alle Versuche scheitern, er wird nur ausgelacht, man verweigert ihm die Aufnahme, er läuft permanent ins Leere.

Auch sein Alter Ego, der positive Beckmann kann nicht helfen, als er erfährt, dass seine Eltern sich das Leben genommen haben.

Nach einem Traum, in dem er Gott, den Tod und andere wichtige Personen aus seinem Leben trifft, erkennt er die Unmöglichkeit seiner Wiedereingliederung in die "normale" Gesellschaft, widersteht aber doch resigniert der Versuchung des Selbstmordes.

Die Analyse

Als "Ein Stück, das kein Theater spielen und kein Publikum sehen will", wird "Draußen vor der Tür" ein großer Erfolg. Viele Heimkehrer erkennen sich wieder in dem Stück, es wird sogar als Aufschrei einer ganzen Generation gewertet.

Wolfgang Borchert verarbeitet sicher in seinem Stück eigene, traumatische Kriegserfahrungen, will anregen zum Nachdenken über die Grausamkeiten eines Krieges. Alleine der bildhafte Titel zeigt deutlich auf den Außenseiter, zu dem er gemacht wurde. Draußen vor der Tür gehört man nicht zu denen, die drinnen im warmen Stübchen sitzen.

In Kriegszeiten sind Soldaten keine Menschen mehr, sie mutieren zu Kanonenfutter, aber auch wer diese Unmenschlichkeit ueberlebt, ist trotzdem fuer immer verloren.

 

 

Copyright Text: Martina Weber / Bild: unbekannt

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